Lärm

Lärmkarte 2017

Bahnlärm und seine Auswirkungen auf die Gesundheit

Lärm macht krank!

Lärm verursacht täglich schwere Gesundheitsschäden und Todesfälle:

  • Bahnlärm tötet – Lt. WHO können jährlich bis zu 200.000 Menschen an den Folgen des Bahnlärm sterben.
  • Bahnlärm macht die Menschen krank!
  • Lärm verursacht nicht nur Hörschäden, sondern vor allem Stress und erhöhten Adrenalinausstoß.
  • Lärm geht ans Herz, erhöht den Blutdruck und verursacht Magengeschwüre.
  • Die Herzinfarktrate in Lärmgegenden ist deutlich höher.
  • Bei Kindern in Lärmgegenden geht die Gedächtnisleistung und Lernfähigkeit deutlich zurück.

Zuglärm so gefährlich wie Fluglärm:

Wenn Schlafen nicht mehr erholsam ist, sondern krank macht, läuft irgendetwas falsch. Was es für Folgen haben kann, wenn man unweit einer Bahnstrecke nächtigt, fand ein Bremer Epidemiologe heraus – mit beunruhigenden Ergebnissen.

Die Rechnung, die der Bremer Epidemiologe Eberhard Greiser aufmacht, klingt erschreckend. Er schätzt, dass innerhalb von zehn Jahren rund 75.000 Menschen entlang des Rheins erkranken könnten, weil Zuglärm in der Nacht sie um den gesunden Schlaf bringt. Ob seine Hochrechnung in einer umfassenden Studie standhält, muss sich noch zeigen. Fest steht aber, dass die Bahnstrecke, die sich von der deutschen Grenze nahe Basel bis in die Niederlande schlängelt, nur eines von vielen Lärmproblemen in Deutschland ist. Hier die Antworten auf die wichtigsten Fragen:

Warum kann Lärm krank machen?

Lärm stresst. Studien des Umweltbundesamtes haben gezeigt, dass starker Schall die Ausschüttung des Stresshormons Adrenalin steigert. Bluthochdruck und Herzinfarkte können die Folge sein. Zu möglichen Langzeitfolgen zählen Gehörschäden. Viele Menschen fühlen sich vor allem von Verkehrslärm gestört: von Flugzeugen, Autos und Zügen.

Warum findet man mehr Informationen zu Fluglärm wie zu Bahnlärm?

Es gibt ein Defizit in der Forschung: „In der Tat gibt es relativ wenige systematische Studien zum Bahnlärm. Fluglärm war hingegen immer auch ein politisches Thema, daher weiß man über seine Wirkungen schon viel“, sagt der Umweltpsychologe Rainer Guski von der Ruhr-Universität Bochum.

Was unterscheidet Bahnlärm von anderem Krach?

„Beim Bahnlärm haben wir die Besonderheit, dass die Distanz zwischen Strecke und Wohnung oft so dicht ist wie bei keinem anderen Verkehrsträger. Das ist in Deutschland historisch gewachsen“, sagt Guski. Wenn in der Nacht ein Güterzug vorbeirauscht, wird es sehr schnell sehr laut. Bei anderen Verkehrsmitteln ist das anders. „Zum Beispiel sind Flugzeuge weiter entfernt und ändern deshalb ihre relative Lautstärke langsamer“, sagt Guski. Der plötzliche Pegelanstieg führt zu schlechtem Schlaf – und erhöht damit laut Guski die Wahrscheinlichkeit für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Auf was stützen sich die Bahnlärmgegner?

Der Epidemiologe Eberhard Greiser hat aus verschiedenen Datensätzen zu Lärmpegeln, Bevölkerungsstruktur und Risikofaktoren eine Prognose für Krankheitsfälle entlang der Rheinstrecke errechnet. Demnach könnte es in einem Zeitraum von zehn Jahren rund 75.000 zusätzliche Krankheitsfälle und nahezu 30.000 Todesfälle wegen des Lärms geben. „Wir haben etwas gemacht, das man vorsichtig interpretieren muss. Wir haben gesagt: Die Ähnlichkeit der Lärmcharakteristik erlaubt es, die Risikoerhöhung des Fluglärms auf eine durch Schienenlärm belastete Bevölkerung zu übertragen“, sagt Greiser.

Was tut die Bahn bislang gegen den Lärm? (in Deutschland)

Die Deutsche Bahn will den Schienenlärm bis 2020 halbieren. Unter anderem sollen alle 60.000 Wagen der Gütersparte DB Schenker Rail auf sogenannte Flüsterbremsen umgerüstet werden. Die Bremsen bestehen aus einem anderen Material als ihre Vorgänger und rauen das Rad weniger auf – der Wagen läuft leiser. Das Bundesverkehrsministerium bereitet ein Gesetz vor, mit dem ab 2020 keine Güterwagen ohne die lärmsenkende Technik ins deutsche Netz dürfen.

Reichen die Bemühungen?

Der Verkehrstechnik-Experte Markus Hecht von der Technischen Universität Berlin meint: Nein. Die leisen Bremsen senkten den Lärm nicht wie notwendig. Er geht von mindestens 80 Dezibel an der Mittelrheintrasse aus und rechnet bis 2020 mit fünf Dezibel weniger dank der Flüsterbremsen. Auch Schallschutzwände seien ineffektiv. Günstiger und wirkungsvoller sei es, Loks und Gleise leiser zu machen. „An Lokomotiven wird gar nichts gemacht“, sagt der Professor – dabei seien diese das lauteste Element.

Quelle: n-tv.de

Die gesundheitlichen Folgen von Lärm:

Chronischer Lärm steigert bei Männern das Herzinfarktrisiko um 50 %, bei Frauen sogar um 200 %. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Berliner Charite´,in der mehr als 4000 Patienten, darunter 2000 mit Infarkt, zu Lärmbelastungen in der Vergangenheit befragt wurden. Der Körper würde auf Lärm mit Stress und erhöhter Adrenalinproduktion reagieren, so die Forscher. Dadurch steigen Blutdruck und Blutfettwerte.

Fluglärm macht depressiv und herzkrank http://www.tagesschau.de Stand: 20.04.2010 17:27 Uhr

Nächtlicher Lärm macht depressiv und herzkrank -das hat der Epidemiologe und Lärm-Mediziner Eberhard Greiser nachgewiesen. Auf einer Tagung des Umweltbundesamts zu Nachtlärm präsentierte der Wissenschaftler eine Studie, für die er Krankheitsbilder von mehr als einer Million Menschen im Raum Köln/Bonn auswertete. Rund 200.000 der Probanden waren von Lärm betroffen. Frauen litten dabei mehr unter Lärm als Männer. „Lärm hat einen stärkeren Effekt auf Frauen, als auf Männer – zum einen, weil sie lärmsensibler sind, zum anderen, weil sie weniger häufig berufstätig sind und so nicht wenigstens für Stunden dem Lärm entfliehen können“, sagte Greiser.

Die im Auftrag des Umweltbundesamts erstellte Studie untersuchte die Häufigkeit von Diagnosen und verabreichten Medikamenten in Wohngebieten mit und ohne Fluglärm.

Besonders der Nachtflugverkehr mache den Flughafen-Anwohnern im Raum Köln/Bonn zu schaffen. „Frachtflugzeuge fliegen den Flughafen zwischen 23 Uhr und ein Uhr an und verlassen ihn zwischen drei und fünf Uhr früh“, sagte Greiser.

Störungen des Schlafs in der Phase am frühen Morgen wirkten sich dabei besonders schädigend aus. Zu diesem Zeitpunkt sei der Mensch im Übergang von der Tiefschlaf- in die Traumphase. Wegen des abrupten Anstiegs des Schallpegels werde Fluglärm als besonders belästigend empfunden. Danach folge Straßenlärm, an dritter Stelle Lärm durch Züge.

http://laermberatung-wittstock.de/gesundheitsseite.html

Schlafstörungen und weitere Erkrankungen
Darüber hinaus könne ein andauernd zu hoher Geräuschpegel zahlreiche weitere Gesundheitsfolgen haben, schreibt die Zeitschrift. Abgesehen von Herzkrankheiten durch Verkehrslärm zählt der „New Scientist“ Schlafstörungen durch andauernde Hintergrundgeräusche sowie Hörschäden wie Schwerhörigkeit und Tinnitus durch laute Musik, Verkehrs- und Freizeitlärm auf.So gingen den vorläufigen WHO-Erkenntnissen zufolge allein in Europa jährlich mehr als eine halbe Million gesunde Lebensjahre durch verschiedene Formen der Lärmbelastung verloren.

Auch Lernleistung leidet

Permanente, auch niedrigere Geräuschbelastung am Tag oder nachts könne auch zu Lernstörungen bei Kindern führen, schreibt der „New Scientist“. So habe eine schwedische Untersuchung in München gezeigt, dass sich das Langzeitgedächtnis bei Kindern in der Umgebung des Flughafens Riem nach Schließung des Flughafens um 25 Prozent gebessert habe.Im gleichen Umfang habe sich die Gedächtnisleistung von Kindern in der Umgebung des neuen Münchner Flughafens seit dem Betriebsbeginn dort verschlechtert.

Weiterführende Studien

Gesundheitliche Auswirkungen von Bahnlärm

Aktueller Stand in der wissenschaftlichen Literatur im Auftrag von 3 deutschen Ministerien.


Greiser Studie

Risiko Faktor nächtlicher Fluglärm im Auftrag des D – Umweltbundesamtes


Vortrag Maschke

Neue Ergebnisse der Lärmwirkungsforschung Dr. Ing. Christian Maschke


Handbuch_Umgebungslaerm

Minderung und Ruhevorsorge; http://www.lebensministerium.at

 

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